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Zen

Zen

Der Zen-Buddhismus entstand ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. in China. Erst im 12. Jahrhundert gelangte Zen in veränderter Ausprägung auch nach Japan. Man sagt, wer Zen erklären möchte, kann nur scheitern; und wer Zen erfahren möchte, kann nur gewinnen. Die dem Zen zugrunde liegende Weisheit lässt sich nicht finden — nur sein.

Zen-Gärten strahlen eine besondere Ruhe aus. Angelegt mit äußerster Präzision und bis ins Detail geplant zielen sie auf die Totalität des Lebens. Sand oder Kies symbolisieren das Wasser, Bäume stehen als Sinnbild für das Menschsein. Moos verweist auf das Alter, das in Japan auch Ehre bedeutet. Blühen und Verblühen wiederum sind bildhafter Ausdruck der Vergänglichkeit allen Lebens.

Jeder Zen-Garten versucht, den Charakter des spezifischen Ortes zu vergegenwärtigen und dem Wesen der Natur zu entsprechen. Leitsätze sind dabei: Reduktion auf das Wesentliche, Einfachheit von Form, Linien und Material – um durch Ausgewogenheit und Balance einen Garten zu schaffen, der Geist und Sinne gleichermaßen anspricht und Kraft verleiht.

Es gibt nicht den einen Weg des Zen, es gibt viele. In der langen Geschichte des Buddhismus haben sich verschiedene Schulen des Zen herausgebildet. Jede verfolgt ihren eigenen Weg und hat eigene Zen-Meister. Das Ziel ist jedoch stets eins: Den Suchenden durch das Erleben der kosmischen Totalität zur inneren Vollendung zu führen.

Im Tee-Weg des Zen gilt es für den Übenden vor allem vier Grundregeln zu befolgen: Ehrfurcht zu zeigen und alle Dinge und Wesen wertzuschätzen. Es sollen Harmonie und Frieden herrschen. Und der Übende braucht innere und äußere Reinheit. Werden diese drei Prinzipien erfolgreich geübt, kann er Zugang zur vierten erhalten, zu Stille und innerer Einkehr.

„Die Ewigkeit des Augenblickes“ — ein Übersetzungsversuch für Zen. Sich einlassen auf den Moment, ganz versunken und zentriert. Diese Selbstvergessenheit angesichts höchster Konzentration hat im Zen-Sinne meditativen Charakter. Vergangenheit und Zukunft fallen zusammen im Augenblick, was zählt ist das unmittelbare Jetzt, ein Moment voller zeitloser Kraft.

Im Steingarten des Zen finden sich weder Pflanzen noch Wasser, lediglich Kies, Steine, Felsbrocken – und gelegentlich Moos. Die Anordnung der Steine orientiert sich an der Zufälligkeit der Natur, symmetrische Muster werden vermieden. Das Element Wasser ist durch in den Kies gerechte Linien repräsentiert. Das Rechen dieser Linien ohne Anfang und Ende ist für die Zen-Mönche ein Akt tiefster Meditation.

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