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Oase

Oasen sind Stellen, an denen inmitten einer lebensverneinenden Umwelt Grundwasser zu Tage tritt und damit das Überleben von Mensch, Tier- und Pflanzenwelt ermöglicht. Ob es sich nur um einen kleinen, von Dattelpalmen gesäumten Teich handelt oder ob die Oase Basis für ganze Städte ist: Allen gemeinsam ist die Bedeutung des Wassers als „Quell des Lebens“.

Man unterscheidet zwei Typen von Oasen: Zum einen die klassische Brunnenoase, gespeist aus Grundwasser, das sich in einer Talsenke zwischen Berghängen gesammelt hat und nach oben drängt; zum anderen die weit verbreitete Foggara Oase, die ihr lebensspendendes Wasser über ein Kanalsystem bezieht, das aus einer entlegenen Quelle bedient wird.

Nur durch tatkräftige Bewirtschaftung werden aus Oasen blühende Kulturlandschaften. Die traditionelle Oasenwirtschaft ist gekennzeichnet durch einen dreistufigen Stockwerkbau. In der untersten Ebene werden Getreide, Gemüse oder Futterpflanzen angebaut, in der zweiten Ebene niedrige Baumkulturen wie Feigen oder Orangen. In der dritten Ebene dominiert die Dattelpalme – das Symbol der Oase schlechthin.

Datteln sind reich an Kohlenhydraten, Calcium, Eisen, Eiweiß. Ihr Kaliumwert übertrifft den von Bananen und sie haben mehr Ballaststoffe als Vollkornbrot. Kein Wunder, dass sie früher in Oasen Grundnahrungsmittel waren und als Exportgut zum wirtschaftlichen Auskommen beitrugen. Zudem bescheren sie eine gute Nacht: Für ihren gesunden Schlaf, so heißt es, verzehren Araber am Abend fünf Datteln.

Die Dattelpalme wurde bereits 6.000 v. Chr. kultiviert und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. Sie kann bis zu 30 Meter hoch werden und bietet reiche Ernte: bis zu 60 kg Datteln pro Baum. Die Dattelpalme ist ideal für Wüstenregionen, denn je heißer die Sonne und je trockener die Luft desto besser gedeiht sie – und desto süßer sind ihre Früchte.

Myrte leitet sich vom griechischen myron ab, d.h. Balsam oder wohlriechender Saft. Dabei schmeichelt nicht nur ihr Duft, der immergrüne Strauch ist mit seinen weißen Blüten auch Freude fürs Auge. Und seine kleinen dunklen Beeren geben Wildspeisen ihr Aroma. Das harte Holz der Myrte schließlich wird für Intarsienarbeiten herangezogen. Und nicht zuletzt gilt die Myrte im Nahen Osten als Symbol des Friedens.

Früher waren Oasen Versorgungsstellen. Ob Handelskarawanen mit ihren Kamelen oder Pilgerkarawanen auf dem Weg zu den heiligen Stätten — alle bezogen dort Lebensmittel und Wasser. Auch als Handelsplatz für Nomaden und Bauern waren Oasen von großer Bedeutung. Heute sichern Fremdenverkehr und landwirtschaftliche Güter das wirtschaftliche Überleben.

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