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Camellia

Der bis zu 35 Meter große Kampferbaum, beheimatet in China, Taiwan und Südjapan, ist natürlicher Lieferant des Camphers, das für verschiedene ätherische Öle gebraucht wird. Gewonnen wird der Rohstoff aus Rinde und Harz des Baumes. Der farblose oder weiße Campher duftet wohltuend eukalyptusartig; er ist giftig und hat einen bitteren und scharfen Geschmack.

Die Kamelie, aus Ostasien kommend und eng mit dem Teestrauch verwandt, wurde nach dem deutschen Jesuitenpater und Apotheker Georg Joseph Kamel benannt. Ihre Karriere verdankt die Kamelie allerdings einer Verwechslung — man hielt sie für eine Teepflanze. Heute dienen manche Arten tatsächlich als Rohstoff für Tee, hauptsächlich aber lässt sich aus ihr Öl gewinnen.

Nach 1750 fand die Kamelie Eingang in die europäischen Schlossgärten. Eines der berühmtesten Exemplare der damaligen Zeit gelangte 1801 nach Dresden, in den Park von Schloss Pillnitz. Mittlerweile misst diese karminrot blühende Pillnitzer Kamelie 11 Meter im Durchmesser und 9 Meter in der Höhe – und trägt zwischen Februar und April bis zu 35.000 Blüten.

Ihren Siegeszug trat die Kamelie ab 1800 an, als in vielen europäischen Gärtnereien eine rege Zuchtpraxis einsetzte. Begünstigt wurde diese durch oftmals an manchen Zweigen der Pflanze ausgebildete Veränderungen von Blütenfarbe, Blütenform oder gar Belaubung. So konnte schon damals eine Dresdner Kameliengärtnerei mehr als 1.100 verschiedene Sorten anbieten.

Mit Alexander Dumas „Die Kameliendame“ betrat die Kamelie 1848 nicht nur die Bühne der Weltliteratur, sondern 5 Jahre später auch die Opernbühne — lieferte der Roman doch die Vorlage für Giuseppe Verdis „La Traviata“. Im Mittelpunkt steht hier wie da eine Frau, der man keine anderen Blumen schenken durfte als Kamelien. Sowohl Dumas Buch wie auch Verdis Oper feierten große Erfolge.

1692 beschreibt George Meister in seinem Reisebericht die Kamelie als „kleinen Baum, 6 bis 8 Fuß hoch, (er) hat dicke, steife rundum gekerbte Blätter wie Birnbaum-Blätter. Seine Blumen sind rot wie Malva hortensis, wenn sie sechs Tage geblühet, fallen sie ab und bringen einen schwarzen Samen, wie Tee-Samen, hervor.“

Im japanischen Raum war die Kamelie einst ein beliebter Zierstrauch. Sie stand für Freundschaft, Eleganz und Harmonie und spielte bei Hof- und Teezeremonien eine wichtige Rolle. Vielleicht gründete das Renommee der Tsubaki, wie die Kamelie im Japanischen genannt wurde, auch darauf, dass sie als die Blume galt, die den Frühling bringt.

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